Liebe Freund:innen, liebe Familie, liebe Kolleg:innen,
an der Schule unserer Tochter wird jedes Jahr für wohltätige Zwecke gesammelt. Vor einiger Zeit auch für eine religiöse Organisation. Nach einem offenen, respektvollen Gespräch mit dem Verantwortlichen blieb bei uns eine Frage zurück, die uns seither begleitet: Müssen es wirklich religiöse Motive sein, um
Solidarität zu organisieren und wirksam zu helfen?
Uns ist wichtig, dass unsere Tochter beim Spenden und bei der bewussten Auseinandersetzung damit etwas Grundsätzliches lernt: dass Menschenrechte kein abstrakter Begriff sind, sondern ganz konkret bedeuten, dass jeder Mensch ein Recht auf ein Leben in Würde hat. Und zweitens, dass wir hier auf einer sehr hellen Seite der Welt leben - vieles von dem, was wir als Probleme empfinden, ist im globalen Vergleich purer Luxus.
Bei uns im Westen Österreichs ist Wasser allgegenwärtig. Es prägt unsere Landschaft, unseren Alltag und unser Gefühl von Sicherheit. Vorarlberg wird nicht umsonst als Wasserschloss bezeichnet. Dass sauberes Trinkwasser für viele Menschen weltweit keine Selbstverständlichkeit ist, wird einem erst bewusst, wenn man innehält und den eigenen Alltag hinterfragt.
Genau hier möchten wir gemeinsam mit euch ansetzen. Nicht aus Mitleid, sondern aus Verantwortung. Sauberes Trinkwasser, funktionierende Sanitäranlagen und grundlegende Hygiene sind keine Extras, sondern Voraussetzungen dafür, dass Menschen gesund bleiben, Kinder zur Schule gehen können und Selbstbestimmung überhaupt möglich wird.
Die well:fair foundation arbeitet genau an diesem Punkt. Sie ermöglicht Brunnen, Sanitäranlagen und Hygienelösungen für Schulen und Gemeinden in Ostafrika. Das wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, verändert aber Leben nachhaltig. Wo Kinder nicht mehr krank werden und regelmäßig lernen können, entstehen echte Zukunftsaussichten.
Wir haben uns deshalb entschlossen, selbst aktiv zu werden und eine eigene Spendenaktion ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit euch möchten wir zeigen, dass humanistische Solidarität wirkt, ohne religiösen Überbau, ohne Mission, aber mit klarer Haltung. Jede Spende fließt vollständig in die Projekte vor Ort, die Verwaltungskosten werden von anderen getragen.
Wir freuen uns über jede Unterstützung, ob groß oder klein, und darüber, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Für mehr globale Gerechtigkeit, für gelebte Menschenrechte und für die Werte, die wir unserer Tochter mitgeben wollen.
Herzlichen Dank für euer Vertrauen und eure Solidarität.
Victoria und Peter